Der letzte Tag unserer Sechstagestour führte unsere Gruppe nach Port Arthur, dessen Geschichte ich sehr interessant und sehr schwer vorstellbar finde. Befindet man sich an diesem Ort, kann man sich kaum vorstellen, wie schrecklich und grausam die Umstände für die Inhaftierten des Gefängnisses gewesen sein müssen. Zudem gab es 1996 ein grausames Massaker. Am 28. April 1996 tötete der damals 29-jährige Martin Bryant
insgesamt 35 Menschen und verwundete weitere 37. Allein 20 Menschen
starben innerhalb weniger Minuten im Café von Port Arthur, das während
der Mittagszeit gut besucht war. Das Café wurde in der Folge abgerissen.
Stattdessen steht dort eine Gedenkstätte für die Opfer des Tages. Die
Ereignisse führten in Australien zu einer intensiven Diskussion und
schließlich einem Verbot automatischer Waffen.
Wir wurden eindringlich dazu angehalten, niemanden der Einheimischen nach dem Massaker zu fragen. SEHR bedrückender Tag!!
Wen es interessiert, ich habe euch die Geschichte, die Umstände und anderes Wissenswertes über Port Arthurs Geschichte von Wikipedia kopiert:
Port Arthur ist ein ehemaliges Gefängnis in der Sträflingskolonie Australien im australischen Bundesstaat Tasmanien
und heute eine der bedeutendsten Touristenattraktionen der Insel.
Angrenzend befindet sich der Ort Port Arthur mit etwa 500 Einwohnern.
Bekannt ist Port Arthur unter anderem durch den Roman
Lebenslänglich von Markus Clarke sowie das Massaker von Port Arthur, bei dem im Jahr 1996 35 Menschen getötet wurden.
Seit August 2010 ist Port Arthur in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Ursprünglich befand sich an der Stelle von Port Arthur seit 1830 eine
Holzfällersiedlung. Von 1833 bis in die 1850er Jahre war es der Ort an
den Großbritannien diejenigen Sträflinge mit den höchsten Strafen
schickte. Außerdem wurden aufsässige Häftlinge anderer Gefängnisse
hierher entsandt. Port Arthur ist eines der besten Beispiele für ein
Gefängnis nach dem Panoptikum-Modell basierend auf dem Pentonville-Gefängnis in London.
Hier zeigt sich der Übergang von einer physischen zur psychischen
Bestrafung. Es hatte sich die Meinung entwickelt, dass die körperliche
Bestrafung, die bisher in anderen Gefängnissen praktiziert wurde, die
Sträflinge nur verhärte und keinesfalls in gewünschter Weise von ihrem
Weg abbringe. Dies führte in Port Arthur zum Bau des
Modell Prison,
in welchem ein System der stillen Strafe praktiziert wurde. Zu jeder
Zeit hatte absolute Ruhe zu herrschen. Die Häftlinge mussten teilweise
Kapuzen tragen. Sowohl Insassen als auch Wärtern war das Sprechen über
das notwendige Maß hinaus verboten. Sogar beim obligatorischen
Kirchbesuch wurden die Häftlinge einzeln in die Kapelle geführt, in der
sich Kabinen befanden, die den Blick- und Körperkontakt mit anderen
Insassen unterbanden. Die Ruhe sollte den Gefangenen die Möglichkeit
geben, über ihre Taten nachzudenken und diese zu bereuen. Obwohl die
Unterbringung der Gefangenen und ihre Arbeitsbedingungen mit denen
anderer Gefängnisse der Zeit vergleichbar und in vielerlei Hinsicht
sogar schlimmer war, diente Port Arthur einige Zeit als Modell für die
Reform des britischen Strafsystems. Port Arthur war eines der sichersten
Gefängnisse seiner Zeit. Hierfür sorgte nicht zuletzt die natürliche
Lage der Halbinsel. Sie ist von der Tasmansee
umschlossen und nur über eine sehr schmale Landbrücke mit dem Festland
verbunden. Über die Breite dieser Landbrücke wurde ein Zaun gezogen.
Außerdem wurden Hunde an Pflöcken angebunden, wodurch ein Entkommen der
Häftlinge unmöglich gemacht werden sollte. Ein Kontakt zwischen der
Besatzung ankommender Schiffe und den Insassen wurde unterbunden. Bei
der Ankunft mussten die Schiffe außerdem ihre Segel und Ruder abgeben.
Vergleichbar mit dem viel späteren Alcatraz in San Francisco
wurde den Häftlingen schon bei der Ankunft vermittelt, dass eine Flucht
unmöglich sei. Einige Insassen wurden dadurch dennoch nicht von
Fluchtversuchen abgehalten. Aufgrund der absurden Umstände ist der
Fluchtversuch von
Billy Hunt wahrscheinlich der berüchtigtste.
Hunt verkleidete sich selbst als Känguru und versuchte die Flucht über
Eaglehawk Neck. Die Verkleidung war so gut, dass die hungrigen Wachen
versuchten das vermeintliche Känguru zu schießen, woraufhin sich Hunt
ergab.
Obwohl das Gefängnis den Beginn eines neuen Zeitalters im Umgang mit
Gefangenen markiert, waren die Bedingungen für die Insassen genauso rau
und grausam wie an anderen Orten. Teilweise wird auch die Ansicht
vertreten, die psychologische Bestrafung der Gefangenen, verbunden mit
der Gewissheit, dass eine Flucht unmöglich ist, war schlimmer als
körperliche Bestrafung. Einige Sträflinge sollen getötet haben, um dem
Leben in Port Arthur und sei es durch den eigenen Tod zu entkommen. Eine
Beschreibung der Verhältnisse kann dem Roman
Lebenslänglich von Marcus Clarke entnommen werden. Auf der nahe gelegenen
Toteninsel
(Isle of the Dead) wurden sowohl Insassen als auch Personal begraben,
wenn sie in Port Arthur starben. Nach den Aufzeichnungen gibt es dort
1646 Gräber, von denen jedoch nur die der 180 Gestorbenen des Personals
einen Grabstein haben. Die Verschiffung von Häftlingen nach Port Arthur
endete in den 1850ern. Endgültig schloss das Gefängnis erst im Jahr
1877.
Jugendgefängnis
Nach Port Arthur wurden auch viele Jugendliche, teilweise auch bis zu
neunjährige Kinder für Straftaten wie das Stehlen von Spielzeug
entsandt. Genau wie die Erwachsenen Insassen mussten die Jugendlichen
während ihres Aufenthalts in Port Arthur arbeiten. Dazu gehörte die
Arbeit im Steinbruch oder der Bau von Gebäuden. Eines der erbauten
Gebäude war die erste konfessionsübergreifende Kirche Australiens, die
in gotischem Stil erbaut wurde und bei den Buschfeuern der Jahre 1895 und 1897 abbrannte.
Unsere Reiseleitung sprach sogar von einem Vierjährigen, der hier inhaftiert wurde!!! Was hat Obelix noch mal über die Briten gesagt....?!!!!
Es war ziemlich eng in dieser Zelle!!! Ich hätte nicht eine Stunde hier ausgehalten......
Aber ne nette Aussicht haben se...
Insgesamt ein sehr bedrückender Tag....
...ein wenig konnten die beeindruckende Küstenlinie ablenken...
...sowie Tasmans Arch
...und Devils Kitchen...
Auf bald mit wieder erquickenderen Stories meiner Reise!